1. Segeljolle   (Bilder)  Koralle

Es muss so Ende der 70er Jahre gewesen sein, als ich von "Neptun" umarmt, und die christliche Seefahrt mit meinereiner bereichert wurde. Bei einem Wiener Bootshändler, erstand ich eine neue Segeljolle (Type Koralle) mit dazugehörigen Anhänger. Ein wunderschönes Boot mit GFK-Schale und Teakholzverkleidung. Ausgelegt als "Kimmkieler" (je ein Schwert Back -u. Steuerbord), auch für Anfänger gut geeignet.

Taufpate "Onkel Richard", hatte an der oberen Alten Donau eine Badehütte und ein Grundstück. Ideal, um die "Trümmer" am Trockendock zusammenzubauen - war gar nicht so einfach -.

Die erste Ausfahrt wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Es blies eine frische Briese aus NW mit ca. 5 Beaufort. Ein "Vorwindkurs", auf Ost, also relativ einfach zu meistern. Der "Kagranerbrücke" schon bedenklich nahe, überlegte ich fieberhaft wie ich umdrehen könnte - hab erst später erfahren, dass das Manöver, Wenden heißt -. Irgendwie ist das gelungen und ich segelte auf "Kreuzkurs" - auch später gelernt - so an die zwei Stunden zur "Birnerbrücke" zurück.  Durchnässt von Schweiß, aber ohne zu kentern, lief ich in "meinen Hafen" ein. Das war der Punkt, wo ich mich von meinem Schifferl wieder trennen wollte. Segelkurs wollte ich keinen besuchen. Es war mir schnurz egal, dass man statt Seil, Schoten oder statt links und rechts, Back -u. Steuerbord sagt. Dass vorne der Bug ist und hinten das Heck, war ebenso keine große Wissenslücke. Verklicker, bedeutet nicht, dass man was verstanden hat, sondern ist der Windanzeiger an der Mastspitze u.s.w.  Autark, lernte ich Scheibchenweise, wie man mit einem Segelboot umgeht.

Als "Langschläfer", hielten sich meine Erlebnisse am Neusiedlersee auch in Grenzen. Wasserte (so heißt das zu Wasser lassen) ich mein Boot, fuhren die Ersten schon wieder nach Hause. Als ich nach einem "Landgang", meine Koralle, nächtens im "Ruster Hafen", erst nach längerem Suchen wiederfand, war für mich die Sache gelaufen.

Es war trotzdem eine schöne Zeit mit dem Wind zu kämpfen und nicht zu kentern. Schließlich fand sich für das ganze Equipment ein Käufer. Der finanzielle Verlust hielt sich in Grenzen und ich war wieder eine "Landratte".

Mein Weg zum Donauschiffer

Es war der Sommer 1988, ich wurde von einem Freund inspiriert, das Schiffsführerpatent für die Donau abzulegen. Nicht nur für einen Teil, sondern, von Kelheim (D), bis Sulina (RO) - Mündung ins schwarze Meer.

Ich meldete mich bei einer Wiener Motorbootfahrschule, im 5. Wr. Gemeindebezirk an. Dem Vortragenden, einem Kapitän zur See und schweren Choleriker, gelang es trotz seiner eigenartigen Vortragsweise, genug Wissen zu vermitteln um die Prüfung bestehen zu können.

 

1. Theoretische Prüfung: Gasthaus "brauner Bär" in Greifenstein

    Der PKW- Führerschein war ein "Lercherl" dagegen.

 

2. Praktische Prüfung: Altarm der Donau in Greifenstein und ca. 300m flussabwärts

    "Mann über Bord Manöver" souverän gefahren.

 

 

 

Bei selbiger Fahrschule, unternahm ich den Versuch, das Certificate: Pomorski Radio Telefonist S Općom Ovlasti General Radiotelephone Operator`s  (auf deutsch: Funkerzeugnis für den Schiffsfunkdienst) zu erlangen. An vier Kursabenden "paukten" meinereiner und so ca. 30 andere Personen, Funkalphabet, internationale Regeln, Hoch- und Niederfrequenzen, Sicherheitsmeldungen absetzen, z.B.: PAN PAN (dreimal gesprochen) ist ein Dringlichkeitszeichen über die Sicherheit eines Fahrzeuges oder Person. Kann man auch benutzen wen der "Lokus" länger besetzt ist.... (Scherz). Kurz und Gut, es war viel zu lernen. Vom Herrn "Choleriker" wurde uns versichert, dass die Prüfung in deutscher Sprache abgehalten wird. War natürlich Unsinn, die Funksprache ist weltweit Englisch !!

Mit der Zusage, dass für alle Kursteilnehmer, Hotelzimmer in Rijeka  reserviert sind, traten wir ausgerüstet pro Mann (Frau), mit je einer Flasche Rum und einer "Pornokasette" als Präsent für die Prüfer, die Fahrt mit einem Autobus an. Ankunft in Rijeka, spät nachts, keine Zimmer reserviert, lediglich ein kleines Appartement, welches natürlich den Damen zur Verfügung gestellt wurde. Unter missbilligenden Blicken des Rezeptionisten wurden kurzerhand die Sitzgelegenheiten in der Hotellobby, zu Schlafstätten umfunktioniert. Die morgendliche Stimmung unserer Gruppe war dementsprechend miserabel, es kam aber noch "dicker". Die Prüfung fand selbstverständlich in englisch statt, da halfen auch die mitgebrachten Aufmerksamkeiten nichts. Es war so, dass ca. 95% der Prüflinge die Prüfung nicht schafften (darunter auch ein Arzt !). Dass ich den Herrn Kursvortragenden "coram publico" als Betrüger betitelt, brachten diesen zwar in Rage, fand aber bei meinen Leidgenossen regen Zuspruch. Er versprach ja schließlich eine 100 prozentige Erfolgsquote. Eines erreichte ich mit meinem Aufbegehren, die Kursgebühr bekamen wir refundiert. Wir zahlten lediglich die Fahrtkosten für den Autobus.

Jahre später gab es einen Fernsehfilm mit Erwin Steinhauer und Ulrike Beimpold, Titel: Stella di Mare - Hilfe wir erben ein Schiff ! Seine Film-Frau, bestand in dem selben Haus der Hafenkommandantur, wo sich auch unsere Prüfung ereignet hatte, das Küstenpatent, im Film logischerweise. Die Handlung vor der Prüfung aber die gleiche, eine Flasche "Fusel", unter dem Tisch überreicht !

 

1994, der zweite Anlauf zum Funkerzeugnis. Diesmal hielt den Kurs der damalige Präsident meines Motorbootclubs, "Hans Bauer" ab. Gewissenhafte Vorbereitung, ordentliche Unterlagen, die Funksprache englisch, wie es sich gehört. Diesmal war die Prüfung, an den selben Örtlichkeiten von Erfolg gekrönt. Auch ohne "Mitbringsel von Begehrlichkeiten".

 

 

 

SierraOscar - WhiskeyAlfaRomeo - EchoSierra - SierraOskar   SierraTangoEchoHotelTango - EchoSierra - 

GolfEchoSierraCharlyHotelRomeoIndiaEchoBravoEchoNovember

 

 

Ein kleiner Zeitsprung zurück:

 

1992, es war die Zeit, wo ich mit Freunden einige Segeltörns unternahm. Um nicht unbedingt als unerfahrene "Landratte" zu gelten, belegte ich einen Kurs für die Fahrtenbereiche 2 und 3 (Küstenfahrt bis 20 Sm und 200 Sm). 

Das Schulungszentrum in Korneuburg hatte ein angenehmes Ambiente. Die Besitzer, ein freundliches und hilfsbereites Paar. Für den Theorieteil waren 60 Stunden veranschlagt. Zum lernen gab es jede Menge, wer einmal mit der Materie auch nur entfernt vertraut war, weiß  Bescheid.  Der Vortragende, ein Kapitän der im 2. Weltkrieg gedient hatte, ein "strohtrockener" Typ. Charakterlich erinnerte er mich an "Captain Bligh". Alle Kursteilnehmer nannten Ihn ehrfurchtvoll, Herr Kapitän, nur ich nicht, meine Anrede war Herr U..., das war sicher ein Fehler.

Die theoretische Prüfung bestand aus zwei Teilen. 1. Seemannschaft, 2. Navigationsaufgaben.

 

Stoff zu 1.:

 

Schiffsführung, Navigation, Gesetz, Sicherheit, Wetter, Betonnung, Leuchtfeuer, Gezeiten, Tampen, Flaggen, Technik, Instrumente, elektrische Navigation, Bootsbau. Zu jedem Wissensgebiet so um die 100 und mehr Fragen möglich ! Alles souverän gemeistert.

 

Stoff zu 2.:

 

Das nachstehende Übungsbeispiel ist fast ident mit meiner Prüfungsnavigation. Mein "Stolperstein" war die Doppel-Horizontalwinkelpeilung. Alleine der Ausdruck, kann nur einem "kranken Gehirn" entspringen. Fakt, in Navigation durchgefallen.

Mein Freund, Ernst Weiner, seines Zeichens, Kapitän zur See mit weltweiter Fahrt, mit dem ich so ziemlich alle Nav. - Beispiele geübt und auch tadellos bewerkstelligt  hatte, war ob so viel Unsinn erschüttert.  Seine Meinung: "Das geforderte Wissen ist zum Teil Realitätsfremd". Sicher muss man über vieles Bescheid wissen, aber, an den Haaren herbeigezogene Situationen gehören in keinen Prüfungsstoff. Die Situation sieht in der Praxis auf See ganz anders aus.

Eine kurze Story die mir Ernst erzählte. Er war Skipper auf einem Schulsegler im  Mittelmeer, Her U., theoretische Prüfer. Mitten in der Nacht, bei stürmischer  See, wurde er von besagtem Herrn geweckt und händeringend um eine Stanortbestimmung ersucht. Da hat der Herr  "Captain Bligh", selbst nicht mehr gewusst wo er war.

 

Fragen:

 

 

Antworten:

 

Der 2. Anlauf:

 

Auslaufen aus einem Adriahafen, an Inseln vorbei (nicht darüber), Einlaufen in einen Hafen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Speziell bei einem Segelboot, sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Windrichtung, Strömung - wohin versetzt und diese -, Steuerkurs, Kompaßkurs und ,und, und....

Meine "Stromdreiecke" waren exakt gezeichnet, die ETA Zeit (Estimated time of arrival), voraussichtliche Ankunftszeit, differierte um läppische 4 Minuten. Dies wäre kein Problem aber, ließ mich Herr U. wissen, meine Stromdreiecke wären nicht deutlich genug gezeichnet gewesen. Ich halte dagegen, dass meine ETA Time korrekt ist. Na ja meinte er, die kann man auch mit dem Taschenrechner ermitteln. Ich sag ihm darauf, dass ich kein "Wunderwuzzi" und ich als "Landratte" froh war, die gestellte Aufgabe  bewältigt zu haben.  Im Übrigen solle er sich stärkere Augengläser zulegen damit er besser sieht, außerdem könne er mich.....,da kam dann leider der liebe Götz hervor. Aus das war`s. Von den sonst so netten Fahrschulbesitzern hatte ich auch keine Unterstützung wegen der offensichtlich ungerechten Behandlung erhalten. Vorbei der Ausflug in die theoretische, mittlere Stufe der christlichen Seefahrt.

Ich hatte von der Navigation jedenfalls soviel mitbekommen, dass ich Jahre später, einem Freund, sein Motorboot von Izola (Slowenien) nach Caorle (I) überstellen konnte.  Sind so ca. 40 sm. Die Motorisierung war etwas schwachbrüstig, sodass wir nur in "Verdrängerfahrt" fahren konnten. Der Kompass, ähnelte dem wie er ich den kleinen Booten mit denen man im Prater im Kreis fährt montiert ist. Diesiges Wetter, also keine Landsicht, aber ruhige See. Mit der Koppelnavigation war die Überfahrt aber keine große Sache. Wir kamen wohlbehalten an.

 

1. Motorboot  (Bilder)  Gobbi

Obwohl bereits der Herbst in`s Land zog, machte ich mich auf die Suche nach einem kleinen Motorboot. Wieder keine Ahnung auf was man achten sollte, welche Kriterien sind wichtig u.s.w.

Fündig wurde ich über Vermittlung bei einem privaten Verkäufer. Es war ein kleines Gobbi - 17ft. mit einer sogenannten "Schlupfkajüte" wo man auch schlafen konnte. Motorisierung: 60 PS Johnson Außenbordmotor. Der Anhänger war ebenfalls ziemlich neu. Gewichtmäßig, konnte ich das Gespann mit meinem damaligen PKW, einem Renault 17 ohne weiteres ziehen.

Aufgrund der Jahreszeit, musste ich noch ein Winterquartier für mein Booterl suchen. Mit Planen eingewickelt, überstand "Es", den Winter im Freien auf einem Lagerplatz.

Im  MSC - Danubia, in Korneuburg fand ich Aufnahme als "Mitglied mit einem Wasserliegeplatz". Damals waren noch sehr nette Leute in diesem Club! Veronika und meinereiner wurden super aufgenommen und waren bald integriert im "Clubleben".

Im Frühjahr 1989 kam dann was das Boot betrifft, die große "Ernüchterung". Mit meinem Freund Alfi, wagte ich die erste Ausfahrt. Nachdem wir bei Vollgasstellung ca. 10 Minuten den gleichen Kilometerstein sahen, wusste ich, da kann was nicht stimmen. Das Boot kam nicht in Gleitfahrt. Erst nachdem Alfi zum Bug vorging, kamen wir so langsam in Fahrt. Resümee: Der Motor war viel zu schwach. Hätte ich vor dem Kauf eine Probefahrt gemacht, es wäre mir viel erspart geblieben. Ich fand einen Bootshändler, der meinen 60 PS Außenborder, gegen einen neuen 90 PS Motor austauschte. Aufzahlung war heftig. Dankenswerterweise hat mir Alfi das Boot neu verkabelt, es waren auch einige Armaturen nicht vorhanden die nützlich sind ! Die Schlupfkajüte hatte ich ebenfalls neu adaptiert, war nicht jedermanns (frau) Sache,, sah a bisserl wie ein Pu...... aus, aber trotzdem irgendwie lieb. Mit dem neuen Motor flog ich förmlich über die Wellen. Das Schifferl war an der Grenze der Motorisierung.  Bei "Vollspeed" kam ich auf ca. 35 kt, entspricht  65 kmh. Ganz ordentlich für das kleine Ding. In Gleitfahrt war ich so weit aus dem Wasser, dass nur weitgezogene Kurven möglich waren. Wieder ein Nachteil, der Rumpf des Bootes!

Trotz allem, Vroni und ich machten einige kleinere, schöne Törns auf der Donau.  Ausgerüstet mit Gaskocher und Heckdusche lebten wir ganz kommod, auch auf kleinstem Raum.

 

2. Motorboot  (Bilder)  Regal

Anlässlich eines Bootsurlaubs bei unseren Freunden in Krummnussbaum, besuchten wir einen Bootshändler (Weiland Boote) bei Amstetten. Der Chef persönlich kümmerte sich um uns. Ein gebrauchtes Regal-Kajütboot 21ft., Motorisierung: Mercruiser 5.0 Liter mit ca. 260 PS, inclusive Anhänger hatte es uns angetan.  Der Preis, den wir für unser kleines Gobbi bekam war fair. Die Aufzahlung hielt sich in Grenzen. In Ardagger an der Donau fand die Probefahrt statt. Der anwesende Mechaniker von Weiland - Boote, Karl-Heinz, erklärte mir die Technik, die Fahreigenschaften und was es sonst noch gibt. Der Rumpf des Schiffes hat eine tiefe V-Form, d.h., bestens geeignet für rauhes Wasser und Kurvenstabilität, diese wurde uns in beeindruckender Weise bei  "Vollspeed" auch demonstriert.

Der Kauf wurde mit einigen "Bierlis", dem Chef himself und Karl-Heinz begossen.

Veronika und ich, freuten uns sehr über die Vergrößerung unseres "schwimmenden Schrebergarten".  Wir hatten nun einen Eiskasten, ein Spülbecken und ein eingebautes "Porta Potti".

In der weiteren Folge verbrachten wir viele schöne Wochenende im Altarm von Greifenstein oder im sogenannten "73er" (ein Donauarm kurz vor Altenwörth). Es war ganz einfach, Natur - pur. Am Lagerfeuer wurden nächtens ganz g`scheite Gespräche geführt und so manche Flasche geleert. Zum Glück gab es damals auf der Donau keine Promillegrenze, es hieß nur, die Fahrtüchtigkeit muss gegeben sein. Die Sportboothäfen von Krems, Joching und Krummnussbaum wurde regelmäßig besucht. Auch das Uferhaus in Orth an der Donau war ein beliebtes Ziel - das Kraftwerk Freudenau gab es noch nicht -. 

Charly, unser geliebter kleiner Hund war zwar keine "Wasserratte", fühlte sich aber wie wir glauben am Boot trotzdem wohl.

 

in Memoriam "Charly"

Du warst, bist und bleibst in unseren Herzen

 

Es gäbe noch viele "Gschichterln" zu erzählen, vielleicht eine noch zum Schluss, unsere Fahrt nach Au an der Donau.

Da waren die "Schauensteins", "Johns", "Weisers", Veronika und ich. Es begann mit einer Nacht im besagten 73er. Essen und Getränke waren reichlich "gebunkert". Es war eine Nacht, die wird mir immer in Erinnerung bleiben. Am Lagerfeuer wurde gegrillt, ein Grund zum Anstoßen wurde immer gefunden. Wahrscheinlich hab ich einmal zuviel "Prost" gesagt und bin aufgrund dessen, beim "NU - NU" gehen, auf den Steinen gestürtzt und wie ein Maikäfer mit dem Rücken in den Brennesseln gelegen. Zum Glück ohne Schaden.

Am "Day after" kamen wir nur bis Altenwörth in den Hafen, gerade mal einen Stromkilometer weiter, Grund: Regen, aber nicht nur, es waren wohl auch die Nachwirkungen. Der Hafenstopp hatte aber auch was positives, bei Peters Boot war der Benzintank leck. Provisorische Reparatur. Monika, seine Gattin bereitet das Abendessen mit dem Gaskocher, in weiter Entfernung am Anlegesteg, a` echte Bootsfrau.

Nächster Hafen war Marbach an der Donau. Zur Entlastung unserer Bootsfrauen, wurden diese mit einem feinen Abendessen im Nibelungenhof belohnt. Weiter durch den Strudengau, mit dem Hössgang (Insel in der Strommitte), für Großschiffahrt Einbahnregelung, zu unserem nächsten Hafen: Ardagger. Hier trafen wir den bekannten Wienerlied Interpreten Günther Merta, der sein 2. Domizil hier aufgeschlagen hatte.

Endpunkt unserer Fahrt war Au an der Donau wo wir einige Tage verweilen wollten. Ein schöner Hafen mit freundlichen Leuten. Wir genossen drei schöne Tage mit Ausflügen in die nähere Umgebung. Die Wettervorhersage für die kommenden Tage, verhieß nichts Gutes. Es muss mit Hochwasser gerechnet werden.

Für Veronika und mich bedeutete dies, "Leinen los" und Retourfahrt vorerst einmal bis zum Kraftwerk Wallsee. Wir ankerten im Altarm der Donau, vor der Schleuse. Am darauffolgenden Tag fuhren unsere Freunde ebenfalls "Talwärts", wir verpassten allerdings die Schleusung und mussten warten.  Aufgrund der noch immer guten Wetterlage, liefen wir den Sportboothafen in Grein an der Donau an. Die Steeganlage war leicht desolat, dafür die Stadt und die Gegend wunderschön.  Am nächsten Tag, besuchten wir das Schiffahrtsmuseum und abends saßen wir in einem kleinen Kaffee an der Uferpromenade. Es sollte dies der letzte geruhsame Tag unseres Törns sein. In der Nacht stieg der Donaupegel rasant an, Hochwasser. Wir erlebten wie der "Wurf", (Damm zwischen Hafen und Donau) in den Fluten versank. Bei Starkregen und Wind sicherten - so gut wie möglich -, die Crew der zwei deutschen Boote und ich unsere Schiffe. Die Nähte des Stehverdecks hielten den Wassermassen nicht stand, also Wasser im Boot. Veronika war mit ihren Nerven am Ende. Ich rief über Funk die FF - Wehr an, die kamen mit einer Zille und brachten sie zum Bahnhof, wo sie die Zugfahrt nach Wien antrat. Mir war das recht so, denn ab nun war ich nur mehr für mich alleine und das Schiff verantwortlich und "Frau" in Sicherheit.  Die weiteren Tage verbrachte ich mit Wasserschöpfen, Leinen kontrollieren und abwechselnd mit den Deutschen "Nachtwache" haltend. Am vierten Tag war das Hochwasser so weit zurückgegangen, sodass die Donau für den Schiffsverkehr wieder freigegeben wurde.

Zeitig morgens machte ich die Leinen los und in langsamer - wegen dem Treibholz -, vorsichtiger Fahrt ging es dem heimatlichen Hafen entgegen. Die 4 Schleusen (Ybbs, Melk, Altenwörth und Greifenstein) waren wegen dem vielen Holz im Wasser eine Herausforderung. Im Hafen wurde ich von Veronika und meinen Freunden schon sehnlichst erwartet und meine Rückkehr mit einem kräftigen "Manöverschluck" begossen.

 

Zum Ende der Bootssaison 1995 verkaufte ich das Regal. Nicht  mit der Absicht, dem Wassersport zu entsagen. Ich wollte auch einen "Gemeindebau", so bezeichnete ich Schifferl ab 25ft.

 

 

3. Motorboot  (Bilder)  Invader

1996 erstanden wir bei einem Wiener Bootshändler ein Invader 265, Erstbesitz von einem Wr. Sportarzt.

Das Boot hatte alles um darauf leben zu können. Kajüte mit Stehhöhe, Achterkajüte, WC mit Fäkalientank und Dusche, Eiskasten , Gasherd, Pantry, Stehverdeck, jede Menge Stauraum. Eine große Plicht (Teil an Deck eines Sportbootes mit offenem Steuerstand und Sitzbänken) - beleuchtet-, Geräteträger u.s.w.

 

Technische Daten:

 

Länge: 26.5 ft.  =  8.07 Meter

Motorisierung : 2 x 165 Mercuiser 4 Zyl.  = (2 Motoren = zweimal Kopfweh) !

Gewicht: Leer ca. 3.5 Tonnen

 

Ausstattung :   

Elektrische Ankerwinch,  220 V – Landanschluß, 2 / 110 Amp. Batterien,  Elektr. Trimmklappen mit Anzeige, 2 automatische Lenzpumpen, Echolot u.s.w.   

 

Dazu kaufte ich einen gebrauchten 3-achsigen Anhänger, Marke - Eigenbau. Das Versetzen der Achsen wegen der Gewichtsverteilung (Boot am Anhäger), war eine Herausforderung, mit Hilfe eines Freundes meisterte ich den Umbau. Üblicherweise wäre ein Lkw das richtige und geeignet Transportmittel gewesen. Leider kein C-Führerschein vorhanden. Aber auch zu meinem B-Schein, hätte ich aufgrund des Gewichtes den E-Schein dazu benötigt. Der Anhänger hatte de facto, nur als "Lagerbock" zum Überwintern seine Berechtigung.

Der Transport zum Meer mit einem Unternehmen war mir zu teuer, kostete etwa soviel wie ein 4-wöchiger Urlaub für zwei Personen in einem Hotel. Somit: Urlaub mit "Gemeindebau" auf der Donau angesagt. Charly, unser Hund hatte auch seine Freude damit, es gab genügend Platz wo er sich verkriechen konnte. Er genoss es aber auch, wenn ihm der Fahrtwind um die Ohren pfiff.

Mit den G`schichterl die wir im Laufe der Jahre erlebten, könnte ich einen Roman schreiben, wäre sicher lustig, aber wen interessiert das schon !?

 

Abschließend sei gesagt, es war eine sehr schöne Zeit, mit sehr guten Freunden. Das Clubleben konnte man damals noch als solches bezeichnen, über mehr dazu, möchte ich mich an dieser Stelle nicht äußern.

 

Vielleicht fragt sich der eine oder andere Leser, wie waren die Kosten ? Nun, für die Anschaffungs- Unterhalts- Servicekosten, hätten wir uns locker ein Einfamilienhaus anschaffen können. Alleine der Benzinverbrauch beim letzten Boot lag bei Gleitfahrt bei ca. 60 Liter in der Stunde auf 50 km, ergibt am km gerechnet 1.2 Liter, also auf 100 km = 120 Liter, heftig oder...... !?

Es gab aber auch "Kalanag`s", die beim Tanken sagten, "Öl - nachsehne, Benzin - herausnehmen".

 

2001 verkaufte ich das Invader einem jungen Pärchen aus NÖ. Jahre später sah ich "mein Schiff" am Trockendock eines Hafens nahe Wien liegen. Mir kamen die Tränen. Vergammelt bis zum "Geht nicht mehr". Sorry "Libeccia", so war der Bootsname - einem alten Brauch zufolge, soll man ein Schiff nicht umtaufen -, das hast "Du" dir nicht verdient.